Die schnellen SVT´s der Reichsbahn
und was aus ihnen wurde...

Am 15. Mai 1933 verliess um 8:o2 Uhr der “Fliegende Hamburger”den Lehrter Bahnhof in Berlin in Richtung Hamburg. Er trug die Betriebsnummer SVT 877 a/b.

Das Bild des SVT 877 stammt von der Website des Nürnberger Eisenbahnmuseums

Die WUMAG hatte ihn in Stahlleichtbauweise gebaut und mit 2 Maybach - Dieselmotoren versehen. In der Mitte, wo a- und b-Teil des Triebwagens auf einem gemeinsamen Jacobsdrehgestell auflagen, wurde mit 2 Tatzlager- Elektromotoren von SSW die von den Generatoren der beiden Maybachmotoren gelieferte Energie an die Schiene gebracht.

Für 160 km/h ausgelegt und zugelassen, erreichte er bei Versuchsfahrten immerhin 175 km/h. Über die Schnellfahrversuche kann man gut im Text von Dr.Ing. Alfred Müller nachlesen, den er am 20.Januar 1933 veröffentlichte.

Charakteristisch ist für diesen Triebwagen, der nur einmal

gebaut wurde, dass er keine Puffer besass , sondern zwei “Flügelchen” an denen er geschoben werden konnte. Die Stirnpartie war herabgezogen, was durch die Lackierung  noch hervorgehoben wurde. Da es sich um ein Versuchsfahrzeug handelte, hat man auch keine Kupplung vorgesehen, denn als Solitär sollte der SVT 877 stets allein eingesetzt werden.
Leider ist von diesem Traditionszug nur noch eine Hälfte im Verkehrsmuseum vorhanden.

Aufgrund des erfolgreichen Einsatzes des “Fliegenden Hamburgers” entschloss sich die Reichsbahn, von 1935 bis 1936 dreizehn Garnituren in ganz ähnlicher Bauweise  in Auftrag zu geben.
Die Fahrzeuge des Typ SVT 137 bekamen eine schönere Kopfform mit grossen Fenstern und eine Scharfenberg-Kupplung, so dass man mehrere Triebwagen kuppeln konnte und ein Abschleppen im Notfall möglich war.

Die Triebwagen trugen die Nummern SVT 137 149 bis 150 und in der zweiten Serie die Nummern SVT 137 224 bis 234. Die Antriebstechnik entspricht der des SVT 877.

Da die SVT´s mit der Scharfenbergkupplung ausgerüstet waren, hat man sie auch im Mixed- Doppel einsetzen können, wie man es auf diesem Bild gut erkennen kann.

Hinter dem SVT 137 der Bauart “Hamburg” läuft hier einer der dreiteiligen Bauart Köln.

Die sind gut erkennbar an den Dienst- abteilen im Steuerwagen.Hier im Bild der SVT 137 277 der im Maybach - Museum zu besichtigen ist.

Im Unterschied zum SVT 137 der Bauart Hamburg hatten diese Fahrzeuge von vornherein auf die Verwendung von Jacobsdrehgestellen verzichtet, um einzeln verfahrbare Teile des Triebzuges zu erreichen. 12 Zylinder- Maybach-Diesel- motoren mit je 600 PS brachten ihre Kraft mit Elektromotoren an die Schiene.

Die oft geäusserte Vermutung, dass Märklin den SVT 137 in Bauart Köln nachschieben könnte, indem man einen “Ergänzungswagen” zu dem hier rechts abgebildeten Modell “Bauart Ham- burg” bringt, ist also blanker Unsinn.

Da ist es schon eher wahrscheinlich, dass der

SVT 137 in einer anderen Epoche wieder aufgelegt werden wird. Zum Beispiel in der links abgebildeten Originalfarbe, die der Zug später bei der DB erhalten sollte. Der müsste dann allerdings die Betriebsnummer VT 04. 501 haben. Der alte SVT 137 227 wurde nämlich als 1951 umgebaut und verfügte dann erstmalig bei den “Hamburgern” über einen hydro- dynamischen Antrieb.

Während also jetzt das Märklinmodell des SVT 137einen vorbildgerechten Antrieb des Jacobsdrehgestelles hat, wäre das für den VT 04.501 dagegen völlig falsch.
Der hatte nämlich auf dem gemeinsamen Drehgestell in der Mitte nur noch reine Laufachsen. Der Antrieb wurde durch Voith- Getriebe von den Dieselmotoren direkt auf den Achsen an den beiden Kopfseiten der Triebwagen erbracht.

In dieser Version fuhr er dann in der eleganten weinroten Lackierung, wie sie das Modell rechts zeigt. Schade, dass es den Schriftzug der DB nicht zeigt.

Da ist es kein Wunder, dass ich mich vom sehr vorbildgerechten Piko-Modell nicht trennen kann. Trotz einer schlechten Antriebstechnik (fehlende Haftreifen!) kann das Modell optisch durchaus überzeugen. Jede Hälfte des Triebzuges hatte einen Schriftzug “DEUTSCHE BUNDESBAHN” der immer in der jeweilgen Fahrtrichtung links angebracht worden war. (Den hässlichen DB-Keks hatte man ja noch nicht eingeführt.) Das Modell hatte bereits Innenbeleuchtung und je nach Fahrtrichtung wechselndes Fahr- bzw. Rücklicht!

Wenn nun aber der SVT kommt, geht das Modell wohl in die Vitrine, denn die beiden Bauformen könnten sich erst in der Epoche 5 nach der Vereinigung getroffen haben......

Eine weitere hübsche Farbvariante konnte ich beim HAMSTer-Treff in Kaltenkirchen sehen.

Der SVTV 137 in der Bauart “Leipzig”. In dieser tollen Farbgebung lief der noch bei der DR.

Hier allerdings sieht man ein Gützold-Modell, das von Piko übernommen wurde.

Nach der Auslieferung des Märklinmodelles des SVT 137 werde ich auf einer weiteren Seite das Modell gründlich von innen und aussen beleuchten.  “Denn ich liebe sie doch alle !”

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