Der 76900 Funktiondecoder
von Uhlenbrock

Hat man sich erst genug über die “fortschrittliche” Programmierung mit der Control Unit 6021 oder der IB geärgert, weil es wieder nicht geklappt hat oder nicht so geht, wie man es laut Bedienungsanweisung erwarten sollte, überlegt man plötzlich, ob man nicht an der falschen Stelle spart.

Es gibt doch so schöne Multiprotokoll-Funktionsdecoder, die man blitzschnell (CV byteweise) programmieren kann. Wenn man nun genau hinsieht, zahlt man für diese etwa 5-7 €uro mehr. Können sie auch mehr ???

Die Optionen des 76900

Das Platinchen ist einseitig bestückt und mit 2,5 mm Höhe sehr flach. 22 x 12,5 mm ist die benötigte Fläche.
Jeder der 4 Ausgänge kann mit 1 A belastet werden, wobei der Gesamtstrom aber 1,2 A nicht überschreiten darf.
Es werden nur die Adressen 1-80  im Motorola-Modus unterstützt. Die Adressen lassen sich einfach programmieren.

Warum es nicht möglich ist, Adressen bis 255 mit dem IB-Menu “lange Adressen” zu programmieren, ist mir schleierhaft. Dieser Decoder kommt doch aus dem Hause Uhlenbrock, aus dem auch die Intellibox stammt.

Im DCC-Modus können Adressen bis 9999 verwendet werden. Die vier Ausgänge des Decoders können mit F-Tasten bis in die Tausende verknüpft werden, was in der Praxis sicher nicht vorkommen sollte. Im Motorola II - Format werden ja nur 4 F-Keys unterstützt. Man kann aber trotzdem F5-8 trotzdem vergeben, was wir später noch nutzen werden. 

Die 4 Ausgänge können wahlweise gegen Masse oder gegen den 20V-Rückleiter genutzt werden.

Da zum Programmieren des Decoders eine bestimmte Grundlast erforderlich ist und hierfür eine LED-Leiste nicht ausreichen würde, lege ich über die äusseren Anschlüsse von A1 zum Rückleiteranschluss einen 100 Ohm Widerstand. A1/A2 und A3/A4 sind werksseitig auf ca. halbe Spannung gedimmt. Ordnet man nun den A1 der Taste F5 zu, so kann im Motorola-Betrieb nicht versehentlich der Wider- stand eingeschaltet und hochgeheizt werden.

Die Programmierung des 76900

Normalerweise wird man den Decoder immer DCC-mäßig im CV-byteweise-Betrieb programmieren, wenn man über eine Intellibox verfügt.

Adresse: Bis Adresse 80 wird die Adresse einfach in CV 1 geschrieben. Darüber hinaus im Motorola-Betrieb nicht möglich! Für DCC lassen sich lange Adressen (>127) über das Menu der Intellibox programmieren.

Analogbetrieb : Wird der 76900 auch auf Analogbahn gefahren, lassen sich die dann eingeschalteten Funktionen vorwählen durch CV 13. A1 an = 1 , A4 an = 4, beide an = 5

Konfiguration : Bit 5 gibt mit dem Wert 32 an, das lange Adressen (aus CV 17 & 18) verwendet werden, 0 steht für kurze Adressen (aus CV 1)

Mapping : Besteht aus zwei CVs.
Ausgang 1 wird z.B. auf F5 gesetzt, indemCV35 auf 128 gesetzt wird und CV 36 auf 5.
Sollen zwei Ausgänge zum Beispiel Schlusslicht oder weisses Fahrlicht eines Steuerwagens richtungsabhängig schalten, so werden 2 Ausgänge (z.B. A2 und A3) jeweils auf F0 gesetzt. A2 kann  dann im CV52 für Vorwärtsfahrt definiert werden und A4 im CV 53 für Rück- wärtsfahrt.

Dimmen: jeweils 2 Ausgänge können gemeinsam gedimmt werden. Das sind jeweils A1/A3 und A2/A4. In der werkseinstellung sind beide Gruppen gedimmt !

Zeitliche Begrenzung : im CV 54 kann festgelegt werden, welcher Ausgang nur zeitlich begrenzt eingeschaltet wird. CV 55 legt dazu die Zeit fest (in Halbsekunden). Dieser Ausgang kann also auch für Krois oder Roco- Kupplungen genutzt werden.

Blinken: Im CV 56 kann festgelegt werden. ob der Ausgang blinken soll und in CV 57 gibt man an , wie schnell der Blinkvorgang abläuft.

Reset : Zu guter Letzt kann mit dem CV 59 ein Reset des Decoders auf die Werkseinstellungen vorgenommen werden. (dazu muss 1 einprogrammiert werden) .

Alles in Allem ein prima Decoder. Dass die Motorola-Adressen über 80 nicht nutzbar sind, trübt den guten Eindruck allerdings kollossal.

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